
Wenn dieses System in Schieflage gerät, das heißt durch irgendwas gestört wird, hat das oft Auswirkungen auf unser Leben.
Wir sind dann mit Schicksalsschlägen, Krankheiten oder schwierigen zwischenmenschlichen Situationen konfrontiert, beziehungsweise können wir oft nicht unser ganzes persönliches Potential erkennen und leben.
Mit der Aufstellungsarbeit können wir diese Schieflagen und Verstrickungen wieder in die richtige Ordnung bringen. Unabhängig in welchem der gesellschaftlichen Systeme der Klient diese Schieflage erlebt.
Die Seele kann dann wieder frei ihren Weg gehen, wenn sie das möchte.
Was ist ein Klient, Repräsentant oder Stellvertreter?
Beim Familienstellen wird mit Energien gearbeitet. Diese Energien bewirken in unserer Seele einen unbewussten Lernerfolg.
Als Klient bezeichnen wir die Person, deren Thema oder Problem aufgestellt wird. Die Repräsentanten sind jene Personen, die sich als Stellvertreter zur Verfügung stellen.
Die Seele lernt bei einer Aufstellung viele unterschiedliche Herausforderungen kennen. Ob man nun als Klient ein eigenes Anliegen aufstellt, als Repräsentant in einer Rolle steht,
oder nur als Zuseher mit der Seele mitgeht.
Keiner geht so nach Hause wie er gekommen ist.
Jeder profitiert von einer Aufstellung !
Was kann man aufstellen und wie funktioniert das im Detail?
In einer Familienaufstellung stellen wir das innere Bild des Klienten durch Stellvertreter im Raum nach. Zuerst nennt er sein Anliegen, das ihn hergeführt hat. Das kann ein aktuelles Thema sein, eine Entscheidung mit der er sich schwer tut, ein Konflikt in der Partnerschaft oder mit seinen Kindern.
Oder aber etwas, das ihn schon sein ganzes Leben lang begleitet und ihm deshalb kostbare Lebensenergie raubt.
Dieses Anliegen wird in einem kurzen Vorgespräch herausgearbeitet.
Bei diesem Gespräch zeigt sich meist sehr klar, was Hier und Heute das richtige Thema ist.
Dieses Thema wird dann aufgestellt...
Dazu sucht der Klient unter den Repräsentanten die nötigen Stellvertreter für seine Familie aus, die er dann im Raum aufstellt.
Dieses erste Bild zeigt schon sehr viel über die Beziehungen der einzelnen Familienmitglieder zueinander.
Stehen die einzelnen Personen sehr, vielleicht sogar zu eng beieinander?
Schauen alle in verschiedene Richtungen, sind also total abgewandt?
Schauen alle auf einen einzigen Punkt oder auf den Boden?
Wer steht bei wem?
Nun wird ein Phänomen deutlich, dass bei Aufstellungen immer wieder verblüfft und tief beeindruckt: Sobald die Stellvertreter in ihren Rollen stehen, wird jeder Einzelne ein Teil dieses Systems. Die Stellvertreter "übernehmen" die Gefühle der Personen, die sie vertreten. Es wird deutlich, dass es hier Verbindungen gibt, die wir derzeit nur zum Teil erklären können. Es gibt in der Physik den Begriff des "Morphogenetischen Feldes".
Wir Aufsteller sprechen vom "Wissenden Feld" und es ist wohl so, dass wir auf Ebenen, die wir noch nicht genau kennen, alle miteinander verbunden sind.
Durch Umstellen der Repräsentanten, hinzufügen und entfernen von Personen, sowie sprechen von Lösungssätzen wird vom Aufstellungsleiter ein Ergebnis erarbeitet. Auf dem Weg zur Lösung sind meist mehr oder weniger bedeutende Zwischenschritte nötig. Diese Schritte kann man oft in einer Aufstellung verwirklichen.
Manchmal braucht die Seele ein bisschen Zeit um sich an die gewonnene Information aus der Aufstellung zu gewöhnen. Oder es sind noch weitere Aufstellungen notwendig.
Um zu diesem Ergebnis zu kommen gibt es Regeln ....
Grundregeln:
Wer zuerst kommt, zählt zuerst.
Was besagt, dass zuerst geborene Personen im System Vorrang haben und geachtet werden müssen. Kinder kommen in dieser Ordnung nach ihren Eltern, dürfen klein sein und von den Eltern nehmen, die Eltern sind die Gebenden.
Dies klingt eigentlich selbstverständlich und doch ist es oft so, dass Eltern durch eigenes schweres Schicksal ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind.
Dann tragen die
Kinder einen Teil des Schicksals um ihren Eltern zu helfen und können im Extremfall deren Rolle einnehmen.
Kinder können gar nicht anders, als dieses Vakuum zu füllen. Sie tun dies aus Liebe zu ihren Eltern.
Dieses Muster bleibt in der Regel ein Leben lang mehr oder weniger erhalten. Oft führt es dazu, dass die längst erwachsenen Kinder in einer kindlichen Liebe an den Eltern hängen und nicht frei für ihr eigenes Leben sind. Sie haben dann Probleme in ihrer eigene Partnerschaft und Familie - oder sie wenden sich irgendwann verbittert ab.
Jeder hat das gleiche Recht auf Zugehörigkeit.
Dabei ist es wichtig, dass alle Familienmitglieder einen Platz im System haben. Unabhängig davon was sie tun, oder nicht tun! Oft haben Familienmitglieder ihren Platz verloren, weil sie etwas Schlimmes getan haben wie Kindesmissbrauch, Diebstahl, oder gar Mord. Auch werden sie oft verleugnet oder vergessen, weil sie behindert oder zu früh verstorben sind.
Es gibt so etwas wie eine Familienseele, die dafür sorgt, dass kein Familienmitglied vergessen oder ausgeschlossen wird. Geschieht dies doch, so verhält sich oft ein Nachgeborener so wie dieses ausgeschlossene Familienmitglied. Er folgt ihm in seinem Verhalten nach und macht dadurch so lange auf sich aufmerksam, bis jemand hinschaut und diese Person als Mitglied der Familie endlich gesehen und gewürdigt wird. Erst wenn jedem Familienmitglied das Recht der Zugehörigkeit anerkannt wird können diese Verstrickungen gelöst werden und die betroffenen Familienmitglieder bekommen ihren Platz. Das führt zu einer Harmonie im System und in weiterer Folge lösen sich meist auch daraus resultierende Probleme.
Das Recht auf Ausgleich.
Wird jemandem etwas Gutes getan ist es wichtig, dass es für den Empfänger die Möglichkeit gibt das auszugleichen. In diesem Fall gibt man als Ausgleich immer etwas mehr als man bekommen hat.
Nur so kann Liebe oder Zuneigung wachsen.
Ist Geben und Nehmen nicht im Ausgleich, verlässt oft einer der beiden Partner die Beziehung, oder ein jüngeres Familienmitglied muss diese Forderung im System ausgleichen.
Was soll mit dieser Familienaufstellung erreicht werden?
Angestrebtes Ziel einer Familienaufstellung ist es nun, dass jedes Familienmitglied seinen Platz im System findet, so dass es am Ende der Aufstellung allen Beteiligten, besonders aber dem Klienten gut geht.
Das gelingt nicht immer. Es bewirkt aber, dass die Seele angestoßen wird und dadurch sichtbar auf den Weg gebracht werden kann. Während unserer Ausbildung gab es immer eine positive Veränderung in die gewünschte Richtung, aber garantiert kann das natürlich nicht werden!
Auf jeden Fall bekommt der Klient zumindest eine gute Möglichkeit zur Selbstreflexion und kann schon alleine damit viel bewirken.
Was kann Familienstellen nicht?
Ein Ersatz für eine medizinische oder psychologische Behandlung sein!